"StadtLEBEN" für Menschen von 0 bis ...

Im Wettbewerbsjahr 2013 haben wir mit dem Motto „StadtLEBEN“ ganz bewusst das Thema Familien- und Generationenfreundlichkeit in den Mittelpunkt gerückt.

Im Kern geht es dabei um altersgerechte Angebote für die Kunden und Besucher unserer Innenstädte und Ortszentren. Einige Städte und Gemeinden haben das Thema bereits aktiv aufgegriffen und testen ihre Einzelhandelsgeschäfte auf Kinder- oder Seniorentauglichkeit. Da kommen dann Fragestellungen in den Blick wie: Gibt es im Geschäft die Möglichkeit, sein Kind zu wickeln? Gibt es eine Spieleecke für ältere Kleinkinder? Sind Preisauszeichnungen so angebracht bzw. in einer Größe geschrieben, dass auch ältere  Menschen sie problemlos lesen können? Hier hat sich schon viel getan und die Lupe am Einkaufswagen ist längst nicht die einzige Neuerung, die im Zuge dieser Entwicklung in den letzten Jahren eingeführt wurde.  

Ob das Gesamtangebot für alle Altersklassen gleichermaßen gut aufgestellt ist, ist nicht nur für den Bereich des Einzelhandels von Bedeutung. Auch die Städte und Gemeinden müssen sich fragen, ob ihre Innenstädte und Ortszentren für alle Generationen so attraktiv sind, dass sie zum Besuch und zum Verweilen  anregen. Da geht es nicht nur um den zur Bedarfsdeckung notwendigen Einkauf, sondern auch um Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Es sind die Menschen, die einer Stadt Leben verleihen.

Die neun „Ab in die Mitte!“-Preisträger Cloppenburg, Dannenberg (Elbe), Hildesheim, Hitzacker (Elbe), Königslutter am Elm, Lohne, Nordenham, Uelzen und Westerstede haben sich in ihren Projekten erfolgreich mit diesen Fragestellungen auseinandergesetzt: Sie haben untersucht: Welche Angebote gibt es bereits, besonders mit Blick auf eine im Wandel befindliche Gesellschaft? Welche spezifischen Angebote kann der Handel beisteuern? Wie lassen sich die besonderen Kompetenzen von Familien für die Entwicklung von Innenstadtangeboten nutzen? Wie kann man ihre Beteiligung organisieren? Das Ergebnis der Beschäftigung mit diesen und weiteren Fragen findet Ausdruck in den umgesetzten Projekten unserer Preisträger. Alle Ergebnisse präsentieren wir Ihnen auf dieser Seite.

Zusätzlich nehmen wir mit dieser Online-Dokumentation auch eine besondere Wettbewerbs- Premiere in den Blick: den „Ab in die Mitte!“-Tag, den wir am 7. September erstmals als gemeinsamen Aktionstag in allen teilnehmenden Städten durchgeführt haben, um gezielt Aufmerksamkeit für „Ab in die Mitte!“ zu schaffen. Zahlreiche Mitmach-Aktionen in den neun Städten und ein zentrales Bühnenprogramm in Nordenham haben für pulsierendes „InnenLEBEN“ – so auch das Motto des Tages – in den beteiligten Städten gesorgt.

Schließlich richten wir das Augenmerk auf das Geschehen in NRW, Hessen, Berlin und Sachsen, wo „Ab in die Mitte!“ ebenfalls durchgeführt wird. Es ist gut, dass es über die Landesgrenze Niedersachsens hinaus Mitstreiter gibt, die sich auch die Innenstadtbelebung auf die Fahnen geschrieben haben. Niedersachsen bringt mit dem für den Wettbewerb 2014 gefundenen Namen „Ab in die Mitte! Niedersachsen 2.0. – NetzWerkStadt“ einen besonderen Schwerpunkt zum Ausdruck: Der digitale Einzelhandel stellt für die Kommunen und den innerstädtischen (stationären) Einzelhandel große Herausforderungen dar. Kunden schätzen als Vorteile des Interneteinkaufs u.a. die Preistransparenz, die Verfügbarkeit und die Auswahl im Netz. Alles kann immer und überall eingekauft werden – nicht nur für Bewohner ländlicher Regionen ist das besonders attraktiv.

So ist der E-Commerce-Umsatz in den letzten zehn Jahren rasant angestiegen und steigt weiter. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf den innerstädtischen Handel, sondern auch auf das Gesamtgefüge einer Kommune. Ein verringertes Handelsangebot wirkt sich auch negativ auf andere konsumnahe Dienstleistungen im Zentrum aus – auf Gastronomie, Hotellerie, Kultur- und Freizeitbereich, aber auch auf die Attraktivität als Wohnort. Der Wettbewerb 2014 „Ab in die Mitte! Niedersachsen 2.0 – NetzWerkStadt“ wird also Konzepte und Projektideen prämieren, die in besonderer Weise die Problematik des zunehmenden Online-Handels für den Einzelhandel thematisieren und dieser Problematik mit guten Ideen begegnen.

Stichwort “Mitstreiter“: „Ab in die Mitte!“ ist keine Initiative für „Einzelkämpfer“, sondern bewusst als gemeinschaftlich getragenes Public-private-Partnership-Projekt konzipiert. Das Gute an diesem PPP-Projekt ist, dass sich auf kommunaler wie auf Landesebene viele verschiedene Akteure einbringen. Danken möchte ich besonders dem Handelsverband Niedersachsen-Bremen e. V., dem Niedersächsischen Städtetag und dem Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund für ihr seit Bestehen des Wettbewerbs andauerndes Engagement. Komplettiert wird die Riege der Unterstützer durch die Sponsoren des Wettbewerbs: die GALERIA Kaufhof GmbH, die EDEKA Minden-Hannover Holding GmbH, die Multi Development Germany GmbH, die Finanzgruppe Sparkassenverband Niedersachsen, die Schünemann GmbH & Co. KG in Einbeck und die Fachzeitschrift handelsjournal. Auch ihnen gebührt ein herzlicher Dank für ihre kontinuierliche Unterstützung und das engagierte Mitwirken!

Lassen Sie sich auf diesen Seiten noch einmal mit hinein nehmen in das „StadtLEBEN“  und „InnenLeben“ des vergangenen „Ab in die Mitte!“-Jahres.

Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr